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CHRONIK
von Otto Kleinschmidt
Gewerkschaften im Oberwesterwald

 

 
Industrien, Dienstleistungsbetriebe & Gewerkschaften im Oberwesterwald
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6.1.4 Einzelgewerkschaften

 

Jahrelang wurden die einzelnen Sparten bzw. Berufsgruppen der Einheitsgewerkschaft mit ihren Vorständen, sei es z.B. „Bergbau“, „Holz“, „Leder“, „Metall“, „Post- und Telegraphie“ von der französischen Militärregierung nicht anerkannt. Dazu mußten alle Vorbereitungen unter den wachsamen Augen der „Sûreté“ getroffen werden. Hunderte von politischen Fragebogen über Organisationszugehörigkeit der vorgesehenen Vorstandsmitglieder im 3. Reich mußten ausgefüllt werden, bis den Besatzungsbehörden die Zusammensetzung gefiel.

 

Bei den Anträgen auf Genehmigung der einzelnen Gewerkschaften waren beizufügen:

·     Gesuch um Genehmigung in deutscher und französischer Fassung,

·     Satzung in deutscher und französischer Fassung,

·     Zustimmungserklärungen der vorgesehenen Vorstandsmit­glieder,

·     die oben bereits erwähnten politischen Fragebogen und

·     Amnestiebescheinigungen vom Landeskommissar für die politische Säuberung bzw. vom Öffentlichen Ankläger bei den Untersuchungsausschüssen.

 

Industriegruppe Bergbau

 

Am 17.11.1946 reichten die Kollegen Alois Kraft, Bernhard Zimmermann und Karl Boller, alle wohnhaft in Höhn, bei der Militärregierung ein „Gesuch um Genehmigung zur Einberufung einer Versammlung zwecks Gründung einer Gewerkschaft“ über den Bürgermeister Brell, Zinhain, bei der Militärregierung ein. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, daß die Gründungsversammlung mit 65 Teilnehmern am 17.11.1946 um 14.00 Uhr in Marienberg stattgefunden hat, ein Statut einstimmig beschlossen und in geheimer Wahl folgender Vorstand gewählt wurde:

 

·     1. Vorsitzender: Alois Helsper II., Höhn

·     2. Vorsitzender: Alois Groth, Niederroßbach

·     1.Kassierer: Bernhard Zimmermann, Höhn

·     2.Kassierer: Willy Sayn, Hachenburg

·     Schriftführer: Friedrich Schilling

·     1. Beisitzer: Wilhelm Schneider, Ailertchen

·     2. Beisitzer: Rudolf Haas, Marienberg.

 

Eine Neuwahl des Vorstandes war in der Generalversammlung am 19.1.1948 vorgesehen und brachte nachstehendes Ergebnis:

 

·     1. Vorsitzender: Alois Helsper II. (Grube Alexandria)

·     2. Vorsitzender: Karl Boller (Grube Alexandria)

·     1. Kassierer: Theodor Betz (Grube Alexandria)

·     2. Kassierer: Friedrich Schilling (Grube Alexandria)

·     Schriftführer: Walter Schneider (Grube Himburg, Bach)

·     1. Beisitzer: Rudolf Haas (Grube Neuhaus, Unnau)

·     2. Beisitzer: Wilhelm Schneider (Grube Gnade Gottes).

 

Die nächsten Vorstandswahlen anl. einer Delegierten­ver­sammlung datieren vom 17.2.1949, 14.20 Uhr (Höhn, Hotel Hofmann), da dieser Tagesordnungspunkt in der vorhergehenden Versammlung am 24.1.1949 mangels Delegiertenwahlen auf den Gruben „Gnade Gottes“, Hergenroth und „Concordia“, Unnau, vertagt werden mußte. Wahlergebnis:

 

·     1. Vorsitzender: Alois Helsper II., Höhn

·     2. Vorsitzender: Emil Höhn, Oellingen

·     1. Kassierer: Willi Held, Hergenroth

·     2. Kassierer: Paul Stühn, Unnau

·     Schriftführer: Josef Höhn, Pottum

·     Beisitzer: Edmund Schneider, Oellingen

·     Beisitzer: Karl Boller, Höhn.

 

Industriegruppe Holz

 

Für diesen Industriezweig fallen Gesuch um und Durchführung der Gründungsversammlung ebenfalls terminlich auf den 17.11.1946 zusammen. In den Vorstand wurden gewählt:

 

·     1. Vorsitzender: Albert Groß, Unnau-Korb, Schreiner

·     2. Vorsitzender: Karl Wüst, Langenbach b.M., Holzarbeiter

·     1. Kassierer: Theodor Leis, Marienberg, Sägemüller

·     2. Kassierer: Walter Seiler, Langenbach b.M., Holzarbeiter

·     Schriftführer: Josef Sturm, Püschen, Holzarbeiter

·     1. Beisitzer: Emil Steup, Hof, Schreiner

·     2. Beisitzer: Alfred Brückmann, Langenbach/M., Holzarbeiter.

 

Die nächste Vorstandswahl wurde im Rahmen einer Delegiertenversammlung am 10.1.1948 in Marienberg, AGB-Büro, durchgeführt. Anwesend: 15 Delegierte. Dem neugewählten Vorstand gehörten an:

 

·     1. Vorsitzender: Albert Groß, Unnau-Korb

·     2. Vorsitzender: Emil Steup, Hof

·     1. Kassierer: Karl Schüler, Marienberg

·     2. Kassierer: Oskar Hain II., Korb

·     Schriftführer: Gustav Schäfer, Willmenrod

·     1. Beisitzer: Gerhard Schneider, Merkelbach

·     2. Beisitzer: Karl Nolden, Alpenrod.

 

Am 22.1.1948 wurde die Gründung der Industriegruppe Holz durch die Militärregierung genehmigt.

 

In der Kreisgeneralversammlung am 19.2.1949 wurde u.a. ein neuer Vorsitzender gewählt:

 

·     1. Vorsitzender: Oskar Hain II., Korb

·     2. Vorsitzender: Emil Steup, Hof

·     1. Kassierer: Karl Schüler, Marienberg

·     2. Kassierer: Günter Dorn, Großseifen

·     Schriftführer: Gustav Schäfer, Willmenrod

·     1. Beisitzer: Otto Stahl, Niederroßbach

·     2. Beisitzer: Karl Nolden, Alpenrod

 

Berufsgruppe Fabrikarbeiter (Leder-Industrie)

 

Gründungsversammlung und Gesuch an die Militärregierung datieren ebenfalls vom 17.11.1946 in Marienberg (14.00 Uhr mit 25 Teilnehmern). Die Gesuchsteller waren Willi Salzer, Marienberg, Josef Schardt, Langenhahn und Fritz Völkner, Altstadt. Wer dem ersten Vorstand angehörte, ist leider nicht mehr bekannt; nachweisbar ist nur, daß Heinrich Orthey, Altstadt, zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.

 

In der Kreisgeneralversammlung am 9.1.1948, 15.00 Uhr in Erbach, Lokal Rückert, an der 20 Delegierte teilnahmen, wurde folgender neuer Vorstand gewählt:

 

·     1. Vorsitzender: Heinrich Orthey, Altstadt (Genschow & Co)

·     2. Vorsitzender: Hermann Künkler, Langenbach/M. (Orthey)

·     1. Kassierer: Josef Jung, Stockum (Theo Schmidt, Büdingen)

·     2. Kassierer: Heinrich Rau, Altstadt (Zitzer, Hachenburg)

·     Schriftführer: Stefan Orthey, Altstadt (Dewald & Heyden)

·     1. Beisitzer: Josef Wambach, Hachenb. (Dewald, Hachenb.)

·     2. Beisitzer: Josef Jäger, Altstadt (Hruby & Co).

 

In der Generalversammlung am 19.2.1949, 13.00 Uhr, in Erbach, Lokal Rückert, wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt, nachdem sich am 26.1.1949 in einer Urabstimmung 133 Mitglieder dafür und 2 dagegen ausgesprochen hatten.

Als Delegierte für die Landeskonferenz der Gewerkschaft Leder wurden Josef Tiefenthal, Alfred Brenner und Josef Jäger (alle Altstadt) und Josef Jung (Stockum) gewählt.

Außerdem stimmte die Generalversammlung dem Ausschluß des Mitgliedes Ernst Holthoff, Hachenburg, zu, da er als Geschäftsführer kein Gewerkschaftsmitglied sein kann.

 

Industriegruppe Eisen u. Metall

 

Auch für diese Gewerkschaft wurde am 17.11.1946 das Gesuch an die Militärregierung von Robert Steup, Großseifen, Willi Stroh, Großseifen und Franz Nilges, Höhn-Kraftwerk, eingereicht. An der Gründungsversammlung am gleichen Tag um 14.00 Uhr in Marienberg nahmen 35 Mitglieder teil. Dem ersten Vorstand gehörten an:

 

·     1. Vorsitzender: Emil Haupt, Enspel

·     2. Vorsitzender: Georg Horn, Höhn

·     1. Kassierer: Ewald Weber, Stockhausen-Illfurth

·     2. Kassierer: Josef Hilpüsch, Rennerod

·     Schriftführer: Karl Benner, Stockhausen-Illfurth

·     1. Beisitzer: Gustav Bahr, Hachenburg

·     2. Beisitzer: Robert Hoffmann, Marienberg.

 

Die Neuwahl des Vorstandes stand am 8.1.1948 in Großseifen, Lokal Schütz, im Rahmen einer Delegiertenversammlung (20 Teilnehmer) mit folgendem Ergebnis statt:

 

·     1. Vorsitzender: Karl Benner, Stockhausen

·     2. Vorsitzender: Karl Steup, Marienberg

·     1. Kassierer: Robert Steup, Großseifen

·     2. Kassierer: Friedrich Klaas, Fehl-Ritzhausen

·     Schriftführer: Ewald Jung, Rothenbach

·     1. Beisitzer: Josef Hilpisch, Rennerod

·     2. Beisitzer: Ewald Weber, Stockhausen-Illfurth.

 

Am 29.1.1948 wurde von der Militärregierung die Gründung der Gewerkschaft genehmigt und die Vorstandsmitglieder bestätigt.

 

Und am 18.2.1949 wurde in der Kreisgeneralversammlung der obenstehende Vorstand wiedergewählt.

 

Industriegruppe Steine und Erden

 

Gesuch um Genehmigung der Gründungsversammlung wurde am 17.11.1946 an die Militärregierung gestellt, und zwar von Hermann Schneider, Hardt, Hermann Meutsch, Zinhain und Heinrich Benner, Stockum. Die Versammlung fand am gleichen Tag um 14.00 Uhr in Marienberg statt; 35 Teilnehmer waren anwesend. In den ersten Vorstand wurden gewählt:

 

·     1. Vorsitzender: Willi Kempf, Zinhain

·     2. Vorsitzender: Oskar Emrich, Marienberg

·     1. Kassierer: Eduard Kraußhaar, Marienberg

·     2. Kassierer: Robert Müller, Marienberg

·     Schriftführer: Hermann Wüst, Marienberg

·     1. Beisitzer: Paul Spiess, Büdingen

·     2. Beisitzer: Hermann Kempf, Marienberg.

 

Am 29.3.1947 teilte das „Commandement en Chef Français en Allemagne“ in Baden-Baden „(L’Administrateur Général LAFFON, Adjoint pour le Gouvernement Militaire de la Zone Française d’Occupation)“ an den „Délégué Général pour le Gouvernement Militaire du Land Rhéno-Palatinat -Service Travail-)“ in Koblenz mit, daß die Zustimmung zur Gewerk­schaftsgründung erteilt wird.

 

Eine Neuwahl des Vorstandes erfolgte am 9.1.1948 in Erbach, Lokal Rückert:

 

·     1. Vorsitzender: Willi Kempf, Zinhain

·     2. Vorsitzender: Alois Wagner, Streithausen

·     1. Kassierer: Otto Kersting, Lautzenbrücken

·     2. Kassierer: Otto Diehl, Marienberg

·     Schriftführer: Adolf Hüsch II., Büdingen

·     1. Beisitzer: August Müller, Püschen

·     2. Beisitzer: Stefan Orthey, Hahn b.M.

 

In der Kreisgeneralversammlung am 19.2.1949 um 14.00 Uhr in Erbach, Lokal Rückert, änderte sich die Zusammensetzung des Vorstandes erneut:

 

·     1. Vorsitzender: Hermann Meutsch, Zinhain

·     2. Vorsitzender: Alois Wagner, Streithausen

·     1. Kassierer: Paul Flick, Stockhausen-Illfurth

·     2. Kassierer: Hans Fligge, Stangenrod

·     Schriftführer: Adolf Hüsch II., Büdingen

·     1. Beisitzer: August Müller, Püschen

·     2. Beisitzer: Stefan Orthey, Hahn b.M.

 

Als Delegierte zum Landesverbandstag der Gewerkschaft „Steine und Erden“ wurden Alfons Schmidt, Püschen (Betrieb Leistert, Stockum) und Paul Flick, Stockhausen-Illfurth (Betrieb Gewerkschaft Albert, Großseifen) benannt.

 

Industriegruppe „Graphisches und papierverarbeitendes Gewerbe“

 

Unterlagen über diese Industriegruppe sind nicht mehr vorhanden mit Ausnahme einer Aufstellung des in 1946 gewählten Vorstandes:

 

·     1. Vorsitzender: Artur Löffler, Hachenburg

·     Kassierer: Heinrich Jäger, Hachenburg

·     Revisor: Hermann Kempf, Langenbach b.M.

·     Beisitzer: Willi Theuerkorn, Marienberg

·     Beisitzer: Ewald Fischer, Hachenburg.

 

Gewerkschaft der Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes

 

Paul Kalinowski, Westerburg, Otto Groß, Hardt und Otto Füll, Marienberg, beantragten am 13.1.1947 die Genehmigung zur Durchführung einer Gründungsversammlung am 30.1.1947 mit 110 - 120 Teilnehmern . Es ist nicht mehr feststellbar, ob diese Veranstaltung stattgefunden hat oder nicht.

 

Das Gesuch wurde erneuert am 6.6.1947 von Kurt Schäfer, Kaden, Heinrich Dörner, Dehlingen und Willi Heinemann, Marienberg. Uhrzeit um 9.00 Uhr in Marienberg, Gewerkschaftsbüro. Teilnehmerzahl: 20. Am gleichen Tag wurde folgender Vorstand gebildet:

 

·     1. Vorsitzender: Paul Kalinowski, Westerburg

·     2. Vorsitzender: Wilhelm Doll, Nister-Möhrendorf

·     1. Kassierer: Otto Gross, Hardt

·     2. Kassierer: Paul Donath, Bach

·     Schriftführer: Otto Dörner, Alpenrod

·     1. Beisitzer: Gustav Wüst, Willmenrod

·     2. Beisitzer: Emil Leicher, Stockum.

 

Die angenommene Satzung, die mit anderer Bezeichnung auch für die übrigen Gewerkschaften galt, ist noch in den Archiven der franz. Militärregierung vorhanden und wird in Anhang E wiedergegeben.

 

Mit Schreiben vom 5.8.1947 teilte „L’Administrateur Chevallier, Délégué de Gouvernement Militaire du District de Montabaur“ an den „Gouverneur, Délégué Général pour le G.M. de l’État Rhéno-Palatin - Direction de Travail- Coblence“ mit, daß alle Vorstandsmitglieder mit Ausnahme von Wilhelm Doll, der eine Funktion innerhalb der NSV ausgeübt habe, bestätigt seien (Wilhelm Doll wurde später Schulrat in Westerburg und war derjenige, der die Gründungsversammlung des „Allgemeinen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes im Oberwesterwaldkreis“ am 9.3.1949 eröffnete). An seiner Stelle sei umgehend ein anderes Vorstandsmitglied zu benennen. Das geschah mit der Nachmeldung von Heinz Lagraf, Marienberg.

 

Am 9.8.1947 wurde durch die Militärregierung die endgültige Zulassung der Gewerkschaft „Öffentliche Dienste“ für den Oberwesterwaldkreis erteilt.

 

In der Kreisgeneralversammlung am 21.1.1948 in Westerburg, Lokal „Zur schönen Aussicht“ mit ca. 50 Delegierten wurde die Gewerkschaft Öffentliche Dienste“ in „Öffentliche Betriebe und Verwaltungen“ umbenannt und folgender neuer Vorstand gewählt:

 

·     1. Vorsitzender: Paul Kalinowski, Westerburg

·     2. Vorsitzender: Otto Füll, Marienberg

·     1. Kassierer: Otto Gross, Hardt

·     2. Kassierer: Kunibert Türk, Bellingen

·     Schriftführer: Heinz Lagraf, Marienberg

·     1. Beisitzer: Gustav Wüst, Willmenrod

·     2. Beisitzer: Reinhold Ferger, Westerburg.

 

Am 29.1.1948 wurde von der franz. Militärregierung in Koblenz der Gewerkschaft „Öffentliche Dienste“ endgültig genehmigt, unter bestimmten Auflagen Versammlungen durchzuführen.

 

Die nächste noch nachweisbare Kreisgeneralversammlung datiert vom 12.2.1949 in Westerburg, Gebäude der Berufsschule, mit 47 Teilnehmern, an der auch der Bezirksleiter Naujack anwesend war. Der Vorstand wurde in der alten Form wiedergewählt.

 

Industriegruppe Bau

 

Am 4.6.1947 stellten Wilhelm Lichtenthäler, Kirburg, Karl Gross, Seck und Hermann Weber, Stockhausen-Illfurth das „Gesuch um Genehmigung zur Einberufung einer Versammlung zwecks Gründung einer Gewerkschaft; Kennzeichnung „Allgemeiner Gewerkschaftsbund „Industriegruppe Bau“. Die Versammlung wurde am gleichen Tag mit 20 Teilnehmern um 11.00 Uhr in Marienberg im Gewerkschaftsbüro durchgeführt. Es ist nur noch nachweisbar, daß als 1. Vorsitzender Arthur Hölper, Seck, gewählt wurde.

 

Am 9.1.1948 fand in Marienberg, Gewerkschaftsbüro, eine Neuwahl des Vorstandes statt:

 

·     1. Vorsitzender: Arthur Hölper, Seck

·     2. Vorsitzender: Gustav Kempf, Bach

·     1. Kassierer: Emil Kleber, Marienberg

·     2. Kassierer: Karl Robert Stahl, Salzburg

·     Schriftführer: Karl Hansmann, Marienberg

·     1. Beisitzer: Louis Kleber, Marienberg

·     2. Beisitzer: Willibald Neeb, Stockhausen.

 

Die nächsten Vorstandswahlen datieren vom 19.2.1949:

 

·     1. Vorsitzender: Max Pfeifer, Zinhain

·     2. Vorsitzender: Reinhold Schneider, Bölsberg

·     1. Kassierer: Hermann Kleber, Marienberg

·     2. Kassierer: Willi Wiederstein, Hof

·     Schriftführer: Karl Neeb, Marienberg

·     1. Beisitzer: Josef Zey, Neustadt

·     2. Beisitzer: Ernst Hoffmann, Pfuhl.

 

Die Industriegruppen „Bau“ und „Steine u. Erden“ wurden später zur Industriegewerkschaft „Bau-Steine-Erden“ vereinigt.

 

Industriegruppe „Land- u. Forstarbeiter“

 

Im Gründungsprotokoll vom 4.6.1947 ist folgender Vorstand aufgezeichnet:

 

·     1. Vorsitzender: Gustav Emrich, Langenbach b.M.

·     2. Vorsitzender: Fritz Bieler, Kirburg

·     1. Kassierer: Louis Neufurth, Kirburg

·     2. Kassierer: Ernst Steup, Marienberg

·     Schriftführer: Walter Leicher, Langenbach b.K.

·     1. Beisitzer: Hermann Pfeifer, Marienberg

·     2. Beisitzer: Hermann Brado, Kirburg.

 

Der gleiche Vorstand wurde bei den Neuwahlen am 9.1.1948 in Marienberg, Gewerkschaftsbüro, und am 19.2.1949 im Amt bestätigt.

 

Gewerkschaft „Post u. Telegraphie“

 

Unterlagen über diese Gewerkschaft sind nicht vorhanden. Es gibt nur Aufzeichnungen in Form von Geschäftsberichten der Deutschen Postgewerkschaft, Bezirk Koblenz, zu den jeweiligen Bezirkstagen.

 

Von der Gewerkschaft „Post u. Telegraphie“ ist aber bekannt, daß deren 1.Vorsitzender Albert Steup, Marienberg, war; auf ihn folgten Hugo Stalp und später Karl Maier, Telegrafenleitungsaufseher, Marienberg; in den 1950er Jahren war der nächste Vorsitzende Hermann Kraußhaar, Langenbach b.M. Es gab zunächst eine Ortsverwaltung für die Bereiche der Postämter Marienberg, Westerburg, Hachenburg und Rennerod); am 17.6.1958 wurde Hachenburg (mit 66 Mitgliedern und Karl Hörter als Vorsitzender) als eigenständige Ortsverwaltung für den Bereich des Postamtes Hachenburg ausgegliedert. In den Gründerjahren zählten auch die Mitglieder des Fernmeldedienstes zu diesen Ortsverwaltungen dazu.

 

Aus den Geschäftsberichten des DPG-Bezirks Koblenz werden folgende Mitgliederzahlen nachgewiesen:

 

Marienberg, Hachenburg, Westerburg u. Rennerod:

 

 

 

Mitgl.

damal.Vorsitzender

30.06.1949

 

46

Hugo Stalp

31.12.1949

 

46

Hugo Stalp

31.03.1950

 

57

Hugo Stalp

31.03.1951

 

77

Hugo Stalp

31.05.1951

 

89

Hugo Stalp

31.03.1952

 

97

 

31.05.1952

 

98

 

31.03.1953

 

122

Karl Maier

31.05.1953

 

126

Karl Maier 

31.12.1967

Hachenburg:

90

Karl Hörter

31.12.1967

Westerburg:

179

Hermann Krausshaar

31.12.1973

Hachenburg:

92

Heinz Leyendecker

31.12.1973

Westerburg:

210

Karl-Heinz Stinner

31.12.1976

Hachenburg:

97

Heinz Leyendecker

31.12.1976

Westerburg:

242

Karl-Heinz Stinner

 

Die Umbenennung der Ortsverwaltung Marienberg in Ortsverwaltung Westerburg erfolgte in Angleichung an die Organisationsform der Bundespost und den dadurch bedingten Zusammenschluß der Postämter mit Sitz in Westerburg.

 

Die Mitgliedsbeiträge wurden unterschiedlich abgerechnet. So zahlten in den ersten Jahren die Mitglieder beim Postamt Marienberg und beim Telegrafenbautrupp Hellenhahn (Kassierer Ewald Wehler) an die Einheitsgewerkschaft Marienberg und erst später an den DPG-Bezirk in Koblenz. Die Mitglieder beim Postamt Hachenburg entrichteten bereits 1946 ihre Beiträge direkt nach Koblenz, wie aus dem Abrechnungsbuch des DPG-Bezirks Koblenz des Jahres 1946 ersichtlich ist.

 

Gewerkschaft „Eisenbahn“

 

Auch von dieser Gewerkschaft sind keine Unterlagen mehr vorhanden. Ich weiß aber, daß in 1945/46 diese Sparte schon existierte. Damaliges Mitglied war u.a. Hermann Krumm (Marienberg). Daß Albrecht Wiederstein (Marienberg) seit 1946 Mitglied war, ist ebenfalls bekannt; er feierte in 2003 seinen 100. Geburtstag.

 

In den 1950er-Jahren war Kurt Sachse (Marienberg-Langen­bach) zeitweise Vorsitzender der Ortsverwaltung der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands.

 

Allgemeiner Lehrer- u. Lehrerinnenverband

 

Bevor der „Allgemeine Lehrer- und Lehrerinnenverband im Oberwesterwaldkreis“ gegründet wurde, waren viele Lehrer in der Gewerkschaft „Öffentliche Dienste“ organisiert, so z.B. Lehrer Otto Ruchatz, Marienberg oder Lehrer Wilhelm Doll, Nister-Möhrendorf (der spätere Schulrat; erwähnt bei den ersten Vorstandswahlen für die Gewerkschaft „Öffentliche Dienste“). Erst mit Verfügung der franz. Militärregierung (Administrator Chevallier, Delegierter des Reg.Bez. Montabaur an den Regierungspräsidenten II A in Montabaur) vom 18.12.1948 wurde die Einrichtung von Gewerkschaften für Lehrkräfte unter bestimmten Einschränkungen erlaubt.

 

Damit war es am 9.3.1949 endlich soweit. Um 13.25 Uhr begann in Westerburg, Saalbau Büchler, auf Einladung des Schulrates Doll, die Gründungsversammlung des „Allgemei­nen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes im Oberwesterwaldkreis“. Nach Beratung und Annahme einer Satzung wurde folgender Vorstand gewählt:

 

·     1. Vorsitzender: Lehrer Friedrich Teusen, Salz;
    geb. 7.6.1889, gest. 19.9.1970;
    war von 1909 bis 1952 Lehrer in Salz

·     2. Vorsitzender: Lehrer Karl Meyer, Wahlrod

·     Kassenführer: Lehrer Günter Lüthke, Ailertchen

·     Schriftführer: Lehrer Helmut Köberer, Weissenberg

·     1. Beisitzer: Lehrerin Gertrud Hebgen, Hachenburg

·     2. Beisitzer: Lehrer Thomas, Niedersayn

·     3. Beisitzer: Lehrer Wilhelm Gemmer, Salzburg.

 

Im Oktober 1949 ging der „Allgemeine Lehrer- und Lehrerinnenverband“ (AdLLV) in der Gewerkschaft „Erziehung und Wissenschaft“ auf.

 

Gewerkschaften „Handel- Banken- Versicherungen“ und „Textil- Bekleidung“

 

Eigene Vorstände im Oberwesterwald für die beiden letztgenannten Gewerkschaften bestanden in den 1950er-Jahren ebenfalls. Unterlagen darüber sind leider nicht auffindbar.

 

Im übrigen waren auch alle sonstigen Anträge zwecks Durchführung von Gewerkschaftsversammlungen 8 Tage vor dem festgesetzten Termin der franz. Militärregierung in Hachenburg zur Genehmigung vorzulegen. Darauf ist mit einem Schreiben der Militärregierung vom 15.4.1946 nochmals hingewiesen worden (Anhang F).


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